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Wissenswertes

Stiftung Warentest, Öko-Test & Co. - Wie nützlich sind Testberichte bei der Auswahl von Babymilch?

Wer eine Säuglingsmilch für sein Baby aussuchen möchte, verlässt sich oft auf Testergebnisse und Bewertungen. So ist z.B. „Pre Nahrung Test 2023“ eine häufige Suchanfrage bei Google. Doch wie zuverlässig sind diese Testergebnisse überhaupt? Ich habe mir das etwas genauer angeschaut und die oben genannten Suchbegriffe einmal gegoogelt. Viele Artikel mit Produktvergleichen von namenhaften Zeitschriften wie z.B. Eltern oder FAZ fand ich da. Bei genauerem Hinsehen wurde aber deutlich: All diese Seiten enthalten Affiliate-Links. Wenn ich also auf einen solchen Link klicke und dort im Shop eine Pre-Nahrung kaufe, bekommen diese Zeitschriften eine Provision. Kann man wirklich eine neutrale und unabhängige Bewertung erwarten, wenn am Verkauf von Babymilch mitverdient wird? Wohl kaum. Dann fand ich endlich die Artikel von Stiftung Warentest und Öko-Test. Für genauere Infos zu den Testergebnissen musste ich jedoch Geld bezahlen. Sind diese Bewertungen dafür nun endlich unabhängig? Höchstwahrscheinlich, ja. Ein Großteil der Einnahmen wird über Abonnements und Bezahlartikel generiert. Außerdem sind diese Verbraucherzeitschriften von ihrem guten Ruf abhängig und der ist nun einmal ihre Unbestechlichkeit. Doch wie beurteile ich als Wissenschaftlerin und Formula-Expertin die Kriterien, die in die Note einfließen? Im Öko-Test Sonderheft „Mein Baby“ vom April 2022 wurden verschiedene Pre-Nahrungen untersucht. Es fällt dabei auf, dass Schadstoffe einen immens hohen Einfluss auf die Benotung haben. Natürlich möchte keiner Keime oder Mineralölbestandteile in der Flaschenmilch haben. Ich finde es jedoch sehr bedenklich, dass auch Produkte mit „gut“ bewertet wurden, die z.B. einen hohen Proteingehalt haben (kann zu Übergewicht führen) oder denen wichtige, verdauungsfördernde Zutaten fehlen, was bei manchen Babys durchaus zu Bauchweh oder Verstopfung führen kann. Auch die Qualitätsurteile von Stiftung Warentest vom September 2022 kann ich größtenteils nicht gutheißen. Einige der mit „gut“ bewerteten Pre-Nahrungen würde ich niemals empfehlen, da sie aus ernährungsphysiologischer Sicht einfach schlecht sind. Klar, sie erfüllen die gesetzlichen Mindestanforderungen, mehr aber oft auch nicht (dazu werde ich bald in einem separaten Artikel berichten). Fazit: Kostenlose Artikel, die Flaschennahrungen bewerten, sind in der Regel von Unternehmen beeinflusst und nicht zu gebrauchen. Die Testergebnisse von unabhängigen Verbrauchermagazinen, wie Stiftung Warentest oder Öko-Test, konzentrieren sich meist nur auf wenige Kriterien, die oft nicht ausreichend sind, um die Qualität der Babymilch als Ganzes zu bewerten. Jedes Kind ist verschieden, manche Kinder haben z.B. eine empfindliche Verdauung, und auch das Alter sollte bei der Wahl einer geeigneten Flaschennahrung mit einbezogen werden. Eine individuelle Beratung lege ich euch daher ans Herz.

Wahl des Flaschensaugers

Die Auswahl an Flaschensaugern ist riesig. Aber viele sind einfach ungeeignet und können deinem Baby das Saugen und Trinken erschweren. Unten habe ich dir ein Merkblatt der ÖGKJ verlinkt, das sehr anschaulich beschreibt, auf was du bei der Wahl des Saugers achten solltest. Du wirst merken, dass dadurch die Auswahl recht eingeschränkt wird. Außerdem passen die Sauger meistens nur auf eine Flasche des gleichen Herstellers. Wenn du also z.B. lieber eine Glasflasche verwenden möchtest, dann wird es schon schwieriger. Solltest du Probleme bei der Suche nach dem richtigen Zubehör haben, dann melde dich gerne bei mir.

Zubereitung der Flaschennahrung

Damit dein Baby gut gedeihen kann und gesund bleibt, ist eine sorgfältige und hygienische Zubereitung der Flaschennahrung sehr wichtig. Halte dich genau an die Anleitung auf der Packung. Die Temperatur des Wassers ist z.B. sehr wichtig, damit sich die Inhaltsstoffe gut lösen können und nicht zerstört werden. Die wichtigsten Punkte sind im Merkblatt der Babyfreundlich Initiative zusammengefasst, das ich dir hier verlinke. Ganz wichtig: Auch wenn die Versuchung groß ist, bitte verzichte auf die Anschaffung eines Flaschenmilch-Automaten. Diese Geräte taugen nichts. Sie dosieren ungenau und sind Keimschleudern! Probleme mit der Benutzung solcher Babymilch-Automaten sehe ich leider sehr häufig im Beratungsalltag. Auch die Hersteller von Säuglingsnahrung raten von der Verwendung solcher Geräte ab. Investiere also dein Geld lieber in einen guten Wasserkocher und ein Thermometer.

Dem Baby achtsam die Flasche geben

Wenn du deinem Baby die Flasche gibst, dann geht es nicht nur um die reine Nahrungsaufnahme. Babys brauchen Liebe, Nähe, Kuscheln und Augenkontakt. All das können sie natürlich auch reichlich beim Fläschchen füttern bekommen, genauso gut wie Stillkinder. Wichtig ist, dass du dein Baby beim Füttern ein wenig aufrecht hältst und während der Flaschenmahlzeit kleine Pausen einlegst. Damit vermeidest du, dass zu viel Milch auf einmal in den kleinen Magen fließt und die empfindliche Verdauung zu sehr belastet wird. Viele gute Tipps zum achtsamen Nähren mit der Flasche findest du im Merkblatt der Babyfreundlich Initiative, das ich dir hier verlinkt habe.

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